Samstag, 30. Januar 2016

"Das Haus des vergessenen Glücks" von Mia Löw


Als Olivia ihren Mann mit der besten Freundin ihrer Tochter erwischt wirft sie ihn aus ihrer gemeinsamen Wohnung und fällt in eine tiefe Depression. Immer wieder wird sie von ihrer Tochter als Schuldige darstellt, denn sie hatte auch schon mal eine Affäre mit einem anderen, doch aus Angst um ihre Tochter sagte er nur die halbe Wahrheit. Als Ethan, der noch man von Olivia bei einem Autounfall ums Leben kommt, welchen ihre Tochter Vivienne mit schweren Verletzungen überlebt und einen Gedächtnisverlust erleidet prasseln die Vorwürfe nur so auf sie herunter. Da kommt es ihr gerade recht, dass aus Deutschland eine Anfrage zu einem Bericht über ihre Großmutter kommt. Lange überlegt sie, ob sie die Anfrage annehmen sollte, denn dazu muss sie für einige Zeit nach Deutschland reisen. Sie entschließt sich dafür und sitzt wenige Tage später mit Vivienne gemeinsam im Flugzeug nach Deutschland. Hier entdeckt ihre Tochter ihr Talent zum Schauspiel, dies muss sie wohl geerbt haben, denn Charlotte, Olivias Großmutter war eine gefragte, berühmte Schauspielerin. Jedoch über ihre Kindheit ist nicht viel bekannt und die Redaktion möchte einen vollständigen Bericht, eigentlich sogar eine Biografie. Als sie wenige Tage später ein Manuskript in der Hand hält, welches einen Teil der Geschichte über die Kindheit von Charlotte enthält entwickelt sich die ganze Sache zu einer tragischen Liebesgeschichte, 2 Menschen in ähnlicher Notlage treffen sich und helfen sich gegenseitig über den Berg.
Die Schreibweise dieses Buches ist relativ einfach gehalten, man muss sich beim Lesen nicht wirklich anstrengen um die Sachverhalte verstehen zu können. Auch die Zeitsprünge sind gut umgesetzt und gekennzeichnet.
Jedoch die Schicksale beider Familien haben verdammte Ähnlichkeit, die Vergangenheit zur Gegenwart, sowie die Gegenwart und die Gegenwart. Damit meine ich, als Olivia den Autor trifft oder eher gesagt den Stellvertreter der Autorin entwickelt sich eine ebenso dramatische Liebesgeschichte A) zwischen Vivienne und Leo (Sohn des Autors) und B) zwischen Olivia und dem Autor. Durch diese Ähnlichkeit ist das ganze ein bisschen verwirrend und die Geschichte braucht er ziemlich lange, bis die Fahrt aufgenommen hat. Erst im letzten Drittel ist man wirklich gefesselt, die 1. 2/3 sind etwas langatmig und schildern die Sachverhalte wenig attraktiv gestaltet für den Leser.
Auch an der Geschichte fehlt ein bisschen die Dramatik, auf den letzten Seiten geschieht zwar noch etwas extremunverhofftes, doch trotzdem ist es zeitweise auch etwas lieblos geschrieben und die Charaktere sind auch nicht gerade Sympathieträger.
Ich gebe 2,5 von 5 Sternen

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