Freitag, 1. April 2016

„Eine Therapie für Aristoteles“ von Melanie Sumner

Nach dem tragischen Verlust ihres Vaters ist nichts mehr wie es war. Aristoteles war vier als es passierte. Jetzt ist die zwölf und hat einen kleinen Bruder Max. Er ist acht Jahre alt und sehr schwierig. Ihre Mutter Diane ist Dozentin und hält mit ihrem Beruf die Familie finanziell über Wasser. Als Aristoteles ein Buch in die Hand bekommt, in welchem es eine Anleitung zum Schreiben von Romanen gibt, beschließt sie, selbst einen Roman über ihre Familie zu schreiben.

Wir lesen in diesem Buch viel über das Leben einer nicht ganz normalen Familie. Die Sichtweise, eines zwölfjährigen Mädchens auf die Probleme des Alltags ist sehr gut umgesetzt und authentisch. Jedoch wirkt Aristoteles für ihr Alter doch schon sehr erwachsen und reflektiert. Das passiert natürlich oft bei Kindern, in deren Familie es Probleme gibt, aber an manchen Stellen ist dies im oben genannten Buch sehr stark ausgeprägt und schon fast an der Grenze zum unauthentischen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach, es ist eher die Sicht eines zwölfjährigen Mädchens. Das erleichtert das Lesen enorm, denn so chaotischer wie die Familie ist, kann bei einer schwierigeren Schreibweise ein chaotisches Buch herauskommen. Dies ist hier nicht der Fall und somit auf jeden Fall einen Pluspunkt für die Schreibweise. Was auch schön ist, ist dass einzelne Absätze in unterschiedlichen Schriftarten gehalten sind, so kann man den Inhalt von Aristoteles Buch und ihre Erzählungen gut auseinanderhalten.

Die Ausstattung des Buches gefällt mir sehr gut, es ist ein Hardcover mit einem wunderschön gestalteten Umschlag. Außerdem gibt es ein Lesebändchen und ausführliche Quellennachweise für Zitate im Inneren des Buches.

Trotz alledem lässt mich das Buch relativ ratlos zurück, denn es bleiben viele Fragen ungeklärt und das Ende finde ich deshalb eher mäßig. Es gibt auf den letzten Seiten noch einmal einen sehr emotionalen Moment, dieser ist auf jeden Fall sehr gut gelungen.

Um alles noch einmal zusammenzufassen, das Ende ist sehr offen, aber dafür der Schreibstil umso besser. Es gibt auch sehr viele Stellen, womit unglaublichem Sarkasmus und Humor gearbeitet wird. Das begeistert mich sehr, denn teilweise musste ich wirklich kurzzeitig das Lesen unterbrechen um wieder aus dem Lachen herauszufinden.

Das ein sehr kurzweiliges Buch ist und man es auch kaum mehr aus der Hand legen kann vergebe ich deshalb solide vier von fünf Sternen!

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