Freitag, 1. Juli 2016

„Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ von Karen Joy Fowler

Mal was ganz anderes

Rosemarie redet gerne und viel. Deshalb wurde ihr beigebracht, aus 3 Dingen, die sie sagen möchte das wichtigste herauszusuchen. Und Geschichten immer in der Mitte zu beginnen nie von vorne. Und so ist es, auch die Geschichte dieses Buches beginnt in der Mitte. Rosemarie ist anders, zwar wohnt sie mit den anderen Studenten im Wohnheim, doch ihr Verhalten entspricht häufig nicht dem, was die Norm erwarten würde. Ihre Vergangenheit versucht sie zu verdrängen und spricht nicht darüber. Eigentlich spricht sie so gut wie nichts mehr, was nicht ganz verwunderlich ist, zumindest wenn man die Aspekte betrachtet, wie sie im Buch geschildert sind. Es werden erschreckende Dinge aufgedeckt.

Der Schreibstil dieses Buches ist anfangs sehr verwirrend. In der Anfangsphase kann es dadurch auch sehr langatmig wirken. Wenn man aber ungefähr die Hälfte des Buches gelesen hat möchte man es nicht mehr aus der Hand geben und es so gefesselt und teilweise über wirklich harte, aber wahre Fakten erschüttert. In Bezug auf die Geschichte für das cover des Buches den Leser ein bisschen in die irre, denn der Inhalt ist nicht der, den man erwartet.
Die ich-Perspektive ist wirklich authentisch geschrieben, sie trifft den erzählenden Charakter wie er sich darstellt sehr gut und berichtet ziemlich reflektiert und auf der Basis von mehreren, psychologischen Theorien wie denen von Sigmund Freud oder Jean Piaget.

Alles in allem ist das Buch ein sehr gelungenes Werk und wirklich lesenswert. Man muss es jedoch mit viel Konzentration lesen, sonst kann man diverse Handlungsvorgänge nicht nachvollziehen oder verknüpfen. Das Buch bleibt auch definitiv im Kopf und der Leser wird zum Nachdenken angeregt, schon alleine deshalb, weil er bei der Entwicklung des wirklichen Geheimnisses um die Schwester von Rosemarie geschockt ist und das weitere Handlungsthema ein aktuell viel diskutiertes Thema ist. Da noch dieses Buch leider einige Mängel hatte kann ich traurigerweise nur 4 von 5 Sternen vergeben. Doch auch das ist eine sehr gute Wertung.

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