Dienstag, 16. August 2016

„Wunschgeflüster“ von Melina Gerosa Bellows

Das Leben besteht nicht nur aus Champagner oder Kaviar, der eigene Bruder Autist ist

Als Zwillinge werden sie geboren. Doch der eine ist nicht wie die andere. Bellas Bruder ist Autist, was das Zusammenleben mit ihm nicht einfach macht. Alles dreht sich nur um ihn, Bella muss schauen, wie sie klarkommt. Sie gibt sich selbst die Schuld daran, dass ihr Bruder nicht normal ist, sie spornt sich selbst zu Höchstleistungen an, um Dinge, die ihr Bruder nicht kann wettzumachen. Kurz gesagt, ist hochgradig eifersüchtig auf ihn, denn alles dreht sich nur um ihn. Ihre Eltern scheinen sie vollkommen zu vergessen und nichts scheint gut genug um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.

Der Schreibstil dieses Buches ist angenehm und unterhaltsam zu lesen. Die Darstellung des autistischen Bruders ist der Autorin sehr gut gelungen. Jedes Kapitel beginnt mit der Jahreszahl, dem Alter und einigen Informationen zu Bella. Mal mehr, mal weniger wichtig. Dies macht das Buch einzigartig und authentisch. Eine klare Message welche auch wirklich ankommt. Gerade die Episoden aus der Kindheit haben mir sehr zugesagt.

Ich bin diesem Buch verfallen, denn es gefällt mir einfach sehr gut. Die realistische Darstellung und die zeitlose Handlung (in Bezug auf aktuelle Ausgrenzung von Menschen mit Handikap) sind auf jeden Fall sehr lobenswert. Ich muss trotzdem einen Stern abziehen, denn teilweise befinden sich etliche schreib-bzw. Grammatikfehler im Buch, bei welchen ich mit teilweise nicht sicher bin, ob sie als Stilmittel eingesetzt sind oder unbeabsichtigt sich eingeschlichen haben. Somit vergebe ich wunderbare vier von fünf Sternen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen