Donnerstag, 20. Oktober 2016

„Die Mutter meiner Mutter“ von Sabine Rennefanz

Eine zeitlose Familiengeschichte

Anna lebt mit ihrer Stiefmutter und ihrem Vater in einem kleinen Ort mit dem Namen „Sorge“. Ihr Vater ist Angestellter und arbeitet am Bahnhof. Er ist zuständig für die Koordination der sogenannten „Todeszüge“, welche zur Deportation der Juden aus den Städten dienen. Krieg beginnt und nach einiger Zeit wird ihr Vater von Soldaten abgeholt. Dies ist ausschlaggebend dafür, dass die Stiefmutter beschließt, den Wunsch zu tötet und sich auf die Flucht zu machen. Für Anna ein traumatisches Erlebnis, denn sie besorgt den Hammer, den ihre Mutter verlangt und hätte nun fest, während sie ihm den Kopf einschlägt. Kurz darauf mit ihr Haus besetzt und sie packen alles was sie brauchen in einem kleinen Handwagen und laufen ziellos ihres Weges.

Der Schreibstil ist der Zeit, in welcher das Buch spielt angemessen. Es wechselt immer zwischen einem auktorialen Erzähler und der Enkelin, welche über die Geschichte ihrer Großmutter erzählt hin und her. Das gefällt mir sehr gut, denn dies lockert das Buch deutlich auf. Ich muss aber sagen, dass sich in dieser Geschichte deutlich mehr Gefühl erwartet habe, sie wird einfach sachlich erzählt und große Emotionen konnte ich nicht finden. Leider sehr schade, denn ich glaube, das hätte das Buch noch ein bisschen prägender gemacht, die Geschichte ist nämlich sehr zeitlos, denn Flüchtlinge gibt es auch heutzutage sehr viele und es wird einfach gezeigt, was eben diese auf ihrer Flucht erleben können bzw. erleben. Man sieht die Welt aus anderen Augen doch durch mehr Emotion könnte das Buch länger im Gedächtnis bleiben.

Aufgrund dessen vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.

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