Sonntag, 12. Februar 2017

„Die Liebeserklärung“ von Jean-Philippe Blondel

Wenn er hinter der Kamera verschwindet …

Corentin arbeitet in einem kleinen Geschäft für Hochzeitsfotos und Hochzeitsfilme. Er begleitet mit seinem Onkel in den Sommermonaten viele Hochzeiten mit der Kamera. Daraus wird je nach gebuchtem Paket ein Film zusammengeschnitten. Häufig kommt es vor, dass Menschen, wenn sie mit ihm und seiner Kamera alleine sind seine Anwesenheit vergessen und der Kamera ihr tiefstes Inneres ausschütten. Eines Tages entdeckt sein Onkel dieses Talent in ihm und rät ihm, das ganze als Projekt auszuweiten. So filmt er die unterschiedlichsten Personen und jeder erzählt der Kamera seine Geschichte, seine Gedanken und seine tiefsten Gefühle.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und man kommt gut voran. Jedoch fehlt die Tiefe an vielen Stellen. Im Grunde genommen hätte mich die Geschichte bestimmt tief berühren können. Leider blieb jedoch alles sehr sachlich, womit die Gefühlsebene weitgehend verloren ging. Sehr schade, denn das Potenzial wäre da. Ca. in der Mitte des Buches versteckt sich eine sehr schöne Message, man muss nicht mal zwischen den Zeilen lesen um sie zu verstehen. An dieser Stelle dachte ich, das Buch konnte mich nachhaltig beeindrucken, ich wurde leider jedoch in dieser Hinsicht enttäuscht, denn nach dieser Message habe ich keine kräftige und dauerhaft beeindruckende Aussage mehr gefunden. Auch ein Spannungsbogen hat mir leider gefehlt, sodass auch bildlich von meinen Augen die Geschichte nicht entstehen konnte, da nicht nur der Spannungsbogen fehlte, sondern leider auch durch die sachliche Weise durch welche geschrieben wurde die bildliche Ebene.
Aber gut war, dass die einzelnen Szenen, welche die Monologe in die Kamera darstellen in einer anderen Schriftart geschrieben sind, denn das ganze erleichtert beim Lesen das Verständnis sehr.

Da ich gut unterhalten war, wie jedoch einige Dinge aber gefehlt haben vergebe ich 3 von 5 Sternen.

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