Samstag, 22. April 2017

„Die Wildrose“ von Jennifer Donnelly

Ein Buch, das mich ratlos zurück lässt.


Seamus Finnegan, ein Abenteurer und Entdecker hat kein einfaches Leben. Seine große Liebe hat sich nach einem schweren Unfall von ihm abgewendet. Es gibt keine Hoffnung, dass sie noch einmal das Leben leben können dass sich die beiden ruhelosen Seelen wünschen.
Joe ist querschnittsgelähmt. Nachdem jemand versucht hat ihn zu erschießen geht das keine Hoffnung mehr, dass er jemals wieder laufen kann. Der 1. Weltkrieg steht kurz bevor. Gerade hat es die Frauenrechtsbewegung geschafft, ein Wahlrecht für Frauen durchzusetzen. Der Krieg droht alles wieder zu zerstören. Doch er zerstört noch viel mehr …

Ich muss sagen, ich bin nach der Lektüre ein bisschen ratlos. Die Darstellung des querschnittsgelähmten Parlamentsabgeordneten fand ich etwas fragwürdig, denn Anfang des 20. Jahrhunderts (1915) war die Welt nicht barrierefrei, ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass er als Rollstuhlfahrer in diesem Zeitraum wirklich den Machenschaften eines Politikers nachgehen konnte, denn es wird immer wieder von Treppen geschrieben und meines Wissens gab es in diesem Zeitraum auch keine Lifte oder Aufzüge. In der Mitte des Buches ist irgendwo auch geschrieben, dass seine Frau im 1. Stock im Schlafzimmer auf dem Bett liegt und plötzlich ist er bei ihr. So einfach stelle ich mir das nicht vor. Da muss ich doch etwas Kritik üben.
Desweiteren ist der Schreibstil eigentlich sehr angenehm zu lesen, er ist dem Zeitraum, in welchen das Buch spielt angepasst und sprachlich wirklich angemessen gewählt. Es liest sich nicht leicht, es ist keine Lektüre für zwischendurch, sondern eine Lektüre zum Nachdenken. Für Menschen mit schwachen Nerven es dieses Buch auch nicht geeignet, denn zeitweise wird es doch ziemlich heftig. Aber so heftig die Geschichte auch sein mag, so rührend ist sie an manchen Stellen auch. Die Darstellung einiger Charaktere ist sehr interessant gewählt, bei manchen konnte ich bis zum Ende nicht sagen, auf wessen Seite sie jetzt stehen. Das Buch wird auch in keinster Weise langatmig, es passiert immer etwas, es gibt keine Seite zum durchatmen.

Da ich im Moment gespaltener Meinung, zwischen der doch sehr unauthentischen Darstellung des Rollstuhlfahrers und der rührenden und spannenden Geschichte im allgemeinen vergebe ich 3 von 5 Sternen.

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