Sonntag, 6. August 2017

„Bloß keine halben Sachen – Deutschland, ein Rollstuhlmärchen“ von Florian Sitzmann

Perspektivenwechsel

Florian Sitzmann hat durch einen Unfall beide Beine verloren. Knapp 20 Jahre sind seither vergangen. Viel Erfahrung hat er in diesen Jahren gesammelt. Seine Erfahrungen, lustiges, sinnloses und einfach nur interessantes teilt er in diesem Buch mit dem Leser. Er sieht als Rollstuhlfahrer das Leben aus einer anderen Perspektive. Als Fußgänger hat man nicht das Bewusstsein, dass man auf vier Rädern diverse Bordsteinkanten oder Stufen nicht überwinden kann. Es fällt einem schlichtweg nicht auf, denn für den Fußgänger stellt das kein Hindernis dar.

Ich finde es interessant, der Schreibstil weckt Interesse und erzählt auf lustige und sachliche Weise eine andere Perspektive. Der Humor in diesem Buch ist beachtlich, man sieht, dass man das Leben einfach manchmal nicht zu ernst nehmen darf. Das Buch lässt sich sehr leicht lesen, ich habe keine 5 Stunden gebraucht. Die knapp 200 Seiten verfliegen wie im Flug. Man bekommt gar nicht mit, wie schnell man eigentlich vorankommt. Innerhalb dieser 4 Stunden spürte ich keinen Anflug von Langeweile und auch nicht das Bedürfnis, das Buch zur Seite zu legen um eine Pause zu machen. Ich war einfach mittendrin.

Dazu muss ich sagen, dass ich vom ersten dieses Autors „der halbe Mann“ nicht so begeistert war. Dieses Buch jedoch hat mich überzeugt und liefert nebenbei auch noch wertvolle Tipps für das eigene Leben. Egal ob mit oder ohne Behinderung. Jeder kann dieses Buch lesen und ich glaube nicht, dass sich ein Mensch dabei langweilen wird. Ich bin über diese Machart wirklich begeistert und kann definitiv nur 5 von 5 Sternen vergeben.

@Florian Sitzmann: ich weiß, nach der Lektüre dieses Buches, dass du keinen Mitleidsbonus möchtest. Diesen gibt es bei mir auch nicht. Die Wertung ist auf rein sachlicher Ebene geschrieben.

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